Osteoporose in der Menopause
Warum frühe Prävention wichtig ist.
Osteoporose entwickelt sich häufig über viele Jahre, ohne Beschwerden zu verursachen. Besonders für Frauen verändert sich das Risiko nach der Menopause: Durch den sinkenden Östrogenspiegel kann der Knochenabbau deutlich zunehmen. Eine frühzeitige Vorsorge kann deshalb helfen, Veränderungen der Knochen rechtzeitig zu erkennen und einem weiteren Knochenverlust entgegenzuwirken.
In Deutschland sind mehrere Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer. Besonders problematisch ist, dass die Erkrankung häufig erst nach einem Knochenbruch festgestellt wird.
Warum die Menopause die Knochen schwächt
Östrogen hat unter anderem die Aufgabe, den Knochenabbau zu bremsen. Während und nach der Menopause sinkt die Östrogenproduktion. Dadurch kann das Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau aus dem Gleichgewicht geraten.
Die Folge: Knochenmasse kann verloren gehen und die Knochenstruktur kann sich verändern. Dieser Prozess bleibt zunächst meist unbemerkt. Eine Frau kann sich gesund fühlen, obwohl ihre Knochen bereits an Stabilität verlieren.
Gerade die Zeit rund um die Menopause ist deshalb ein guter Zeitpunkt, um sich mit der eigenen Knochengesundheit zu beschäftigen.
Knochendichte frühzeitig kontrollieren
Ob ein erhöhtes Osteoporose-Risiko besteht, lässt sich unter anderem mit einer Knochendichtemessung feststellen. Als Standardverfahren gilt die DXA-Messung. Dabei wird die Knochendichte beispielsweise an der Wirbelsäule und an der Hüfte bestimmt.
Eine Untersuchung kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn zusätzliche Risikofaktoren vorliegen. Dazu zählen beispielsweise eine sehr frühe Menopause, bestimmte hormonelle Behandlungen, ein geringes Körpergewicht oder bereits aufgetretene Knochenbrüche.
Wer sich Sorgen um seine Knochengesundheit macht, sollte das Thema deshalb frühzeitig mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen.
Bewegung ist ein wichtiger Schutzfaktor
Regelmäßige körperliche Aktivität gehört zu den wichtigsten Maßnahmen für gesunde Knochen. Besonders Kraft- und Belastungstraining können den Knochenstoffwechsel anregen. Gleichzeitig stärken sie die Muskulatur und können dazu beitragen, das Sturzrisiko zu reduzieren.
Doch nicht jede Frau kann ausreichend trainieren. Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit oder andere gesundheitliche Probleme können die Möglichkeiten für ein klassisches Kraft- oder Belastungstraining begrenzen. Hier können ergänzende Verfahren interessant sein.
Vibrationsplatte bei Osteoporose: Was kann LiV leisten?
Eine Möglichkeit ist die medizinische Low Intensity Vibration (LiV). Bei dieser speziellen Form der Vibrationstherapie werden sehr geringe mechanische Reize über eine Vibrationsplattform auf den Körper übertragen.
Der Ansatz unterscheidet sich damit von intensiveren Trainingsformen auf herkömmlichen Vibrationsplatten. Bei einer medizinischen LiV-Anwendung steht nicht das intensive Muskeltraining im Vordergrund. Vielmehr sollen die gezielt dosierten mechanischen Reize den Knochenstoffwechsel und das neuromuskuläre System stimulieren.
Für die Anwendung von Ganzkörpervibration bei Frauen nach der Menopause gibt es inzwischen mehrere wissenschaftliche Untersuchungen. Eine Meta-Analyse von 2023 wertete 20 randomisierte Studien aus und fand Hinweise auf positive Effekte auf die Knochendichte, insbesondere an der Lendenwirbelsäule. Die Autoren betonen allerdings auch, dass die Wirkung von Frequenz, Intensität, Dauer und Art der Anwendung abhängt.
Eine weitere Meta-Analyse von 2024 mit 13 randomisierten Studien und 783 postmenopausalen Frauen mit Osteoporose kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Ganzkörpervibration die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule und am Oberschenkelhals verbessern kann.
LiV als Baustein der Osteoporose-Prävention
Die medizinische Vibrationstherapie kann daher insbesondere als ergänzender Baustein eines umfassenden Präventionskonzepts betrachtet werden. Sie ersetzt weder Bewegung noch eine ausgewogene Ernährung und auch keine notwendige medikamentöse Osteoporose-Therapie.
Gerade für Frauen, die Schwierigkeiten mit herkömmlichem Kraft- oder Belastungstraining haben, kann eine medizinische LiV-Anwendung jedoch eine zusätzliche Möglichkeit darstellen, den Knochen und die Muskulatur gezielt zu unterstützen.
Auch hinsichtlich der Sturzprävention gibt es wissenschaftliche Hinweise: Untersuchungen zur Ganzkörpervibration bei postmenopausalen Frauen zeigen positive Effekte auf Faktoren wie Beinkraft und Gleichgewicht.
Ernährung und Lebensstil bleiben wichtig
Zur Prävention gehören weitere Maßnahmen. Eine ausgewogene Ernährung bei Osteoporose mit ausreichender Versorgung mit Calcium und Vitamin D unterstützt die Knochengesundheit. Ebenso wichtig sind regelmäßige Bewegung, der Verzicht auf das Rauchen und ein möglichst geringer Alkoholkonsum.
Bei erhöhtem Osteoporose-Risiko sollten zudem die individuellen Möglichkeiten einer medizinischen Behandlung mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden. Dazu kann je nach Situation auch eine Hormonersatztherapie gehören.
Die Menopause als wichtiger Zeitpunkt für Vorsorge
Die Menopause sollte nicht nur als Phase hormoneller Veränderungen betrachtet werden, sondern auch als wichtiger Zeitpunkt für die Prävention von Osteoporose. Eine frühzeitige Risikoabschätzung, gegebenenfalls eine Knochendichtemessung und ein knochenfreundlicher Lebensstil können helfen, den Zustand der Knochen besser einzuschätzen.
Die medizinische Low Intensity Vibration kann dabei eine sinnvolle Ergänzung sein. Ziel ist es, den Knochen möglichst frühzeitig zu unterstützen und damit einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt von Knochen- und Muskelgesundheit zu leisten.
Wer sich für eine Vibrationsplatte bei Osteoporose interessiert, sollte allerdings darauf achten, dass medizinische Vibrationstherapie nicht mit beliebigem Vibrationstraining gleichzusetzen ist. Entscheidend sind die Art der Vibration, ihre Intensität und die richtige Dosierung.
Quelle: gelbe-liste.de

