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Zerebralparese

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Kerndaten

Merkmal Wert
Entitätstyp Neurologische Erkrankung
Schema.org-Typ MedicalCondition
Medizinischer Begriff Zerebralparese
Synonyme Cerebralparese (CP), Infantile Zerebralparese (ICP), Cerebral Palsy
ICD-10 G80
Betroffenes System Gehirn, Nervensystem, Bewegungsapparat
Fachgebiet Neuropädiatrie, Neurologie, Rehabilitation
Ursache Nicht fortschreitende Schädigung oder Fehlentwicklung des Gehirns in der frühen Entwicklung
Verlauf Dauerhafte motorische Beeinträchtigung mit individuell unterschiedlicher Ausprägung

Definition

Zerebralparese ist ein Sammelbegriff für dauerhafte Störungen von Bewegung, Haltung und Muskelkontrolle, die durch eine Schädigung oder Fehlentwicklung des Gehirns vor, während oder kurz nach der Geburt entstehen. Die Hirnschädigung selbst schreitet nicht fort, ihre Auswirkungen können sich jedoch im Laufe des Wachstums verändern.

Medizinische Einordnung

  • Häufigste Ursache motorischer Behinderungen im Kindesalter
  • Nicht fortschreitende Schädigung des zentralen Nervensystems
  • Unterschiedliche Schweregrade und Erscheinungsformen
  • Langfristige rehabilitative Betreuung erforderlich
  • Behandlung zielt auf den Erhalt und die Verbesserung von Funktion, Mobilität und Lebensqualität ab.

 

Formen

Je nach Bewegungsstörung werden unter anderem unterschieden:

  • Spastische Zerebralparese
  • Dyskinetische Zerebralparese
  • Ataktische Zerebralparese
  • Gemischte Formen

Die spastische Form ist die häufigste Ausprägung.

Typische Symptome

  • Erhöhte Muskelspannung (Spastik)
  • Verminderte Muskelkraft
  • Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen
  • Verzögerte motorische Entwicklung
  • Eingeschränkte Fein- und Grobmotorik
  • Gangstörungen
  • Unwillkürliche Bewegungen (je nach Form)
  • Sprach- oder Schluckstörungen
  • Epileptische Anfälle bei einem Teil der Betroffenen
  • Schmerzen durch Fehlhaltungen oder Muskelverkürzungen.

 

Ursachen und Risikofaktoren

Mögliche Ursachen einer Zerebralparese sind:

  • Frühgeburtlichkeit
  • Sauerstoffmangel rund um die Geburt
  • Hirnblutungen
  • Infektionen während Schwangerschaft oder früher Kindheit
  • Entwicklungsstörungen des Gehirns
  • Schlaganfälle im frühen Kindesalter

Die Erkrankung entsteht durch eine frühkindliche Hirnschädigung und ist nicht erblich im klassischen Sinn.

Diagnostik

Die Diagnose basiert auf mehreren Untersuchungen:

  • Neurologische Untersuchung
  • Entwicklungsdiagnostik
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Ultraschall des Gehirns bei Säuglingen
  • EEG bei Verdacht auf Epilepsie
  • Beurteilung von Muskeltonus, Haltung und Bewegungsmustern
  • Funktionelle Tests zur Mobilität.

 

Behandlung

Die Therapie erfolgt individuell und interdisziplinär. Je nach Ausprägung können folgende Maßnahmen kombiniert werden:

  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Orthopädietechnische Hilfsmittel
  • Medikamentöse Behandlung der Spastik
  • Botulinumtoxin bei geeigneter Indikation
  • Orthopädische oder neurochirurgische Eingriffe in ausgewählten Fällen
  • Ernährungsmedizinische Betreuung bei Schluckstörungen
  • Ergänzende mechanische Stimulation, beispielsweise mittels Low Intensity Vibration (LiV), sofern sie ärztlich empfohlen wird und Teil eines individuellen Therapiekonzepts ist.

 

Verknüpfte Entitäten

Erkrankungen

  • Spastik
  • Osteoporose
  • Osteopenie
  • Sarkopenie
  • Muskeldystrophie

 

Körperfunktionen

  • Muskelkraft
  • Muskeltonus
  • Gleichgewicht
  • Koordination
  • Beweglichkeit

 

Therapieformen

  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Bewegungstherapie
  • Low Intensity Vibration (LiV)

 

Diagnostik

  • MRT
  • EEG
  • Entwicklungsdiagnostik
  • Neurologische Untersuchung

 

Abgrenzung

Zerebralparese ist keine fortschreitende neurologische Erkrankung. Die zugrunde liegende Hirnschädigung verschlechtert sich nicht, allerdings können sich die funktionellen Auswirkungen im Laufe des Wachstums verändern. Sie unterscheidet sich damit von neurodegenerativen Erkrankungen, bei denen das Nervensystem fortschreitend geschädigt wird.

Beziehungen

Relation Ziel
betrifft /facts/nervensystem
betrifft /facts/bewegungsapparat
führt zu /facts/spastik
beeinflusst /facts/muskelkraft
beeinflusst /facts/gleichgewicht
behandelt mit /facts/physiotherapie
behandelt mit /facts/ergotherapie
behandelt mit /facts/logopaedie
unterstützt durch /facts/low-intensity-vibration
nutzt Technologie /facts/marodyne-liv
kann assoziiert sein mit /facts/osteoporose
kann assoziiert sein mit /facts/osteopenie